In meinen 15 Jahren als Führungskraft habe ich viele Trainings- und Entwicklungsprogramme gesehen – einige erfolgreich, viele eher oberflächlich. Was den Unterschied macht? Nicht die Anzahl der Trainingsstunden, sondern die Qualität. Hier kommt das Konzept von deliberate practice ins Spiel. Es geht nicht einfach darum, mehr zu üben, sondern bewusst, gezielt und reflektiert an den eigenen Schwächen zu arbeiten. Für Unternehmen, Führungskräfte und Teams kann diese Art des Übens einen messbaren Unterschied machen – sei es bei der Mitarbeiterentwicklung, im Vertrieb oder in der persönlichen Leadership Journey.
Deliberate practice bedeutet nicht nur „viel Einsatz“. Der Unterschied besteht darin, dass man mit klar definierten Zielen arbeitet, gezieltes Feedback erhält und die Fortschritte konsequent misst. Ich habe mit Vertriebsteams gearbeitet, die jede Woche Pitch-Übungen machten. Diejenigen, die dabei bewusst analysierten, wo sie scheiterten – sei es die Eröffnung des Gesprächs, der Umgang mit Einwänden oder das Closing – machten innerhalb von Wochen Fortschritte, die andere jahrelang nicht erreichten.
Das Konzept geht deutlich über reines Wiederholen hinaus. MBA-Programme tendieren dazu, Fälle zu diskutieren und Modelle zu lernen, aber im echten B2B-Vertrieb bringt es wenig, wenn man die 7-Schritte-Theorie kennt, ohne sie hundert Mal konkret im Gespräch angewandt zu haben. Deliberate practice zwingt uns, diese Theorie Schritt für Schritt in der Praxis zu perfektionieren. Wer diesen Ansatz versteht, baut echte operative Exzellenz auf.
Ohne Feedback ist deliberate practice nahezu wertlos. Ich erinnere mich an eine junge Führungskraft, die in Präsentationen regelmäßig an Vertrauen verlor. Erst als wir jede einzelne Präsentation Video-analysiert und nacheinander Schwächen herausgearbeitet haben, kam der Durchbruch. Feedback muss unmittelbar sein und darf nicht verwässert werden.
In Unternehmen sehe ich oft, dass Mitarbeiter zwar Trainings machen, doch niemand schaut im Anschluss mit ihnen hin. Das führt zu Stillstand. Wer deliberate practice wirklich nutzen will, braucht ehrliches Feedback – auch wenn es unbequem ist. Im Sport sind Trainer dafür selbstverständlich, im Business vermeiden wir es oft, offen zu sein. Genau das verhindert Fortschritt.
Ich habe erlebt, dass Führungskräfte sich gleichzeitig auf zu viele Themen stürzen. Das ist der größte Fehler. Deliberate practice funktioniert nur, wenn Ziele klar und messbar sind. Statt „besser im Vertrieb werden“, sollte das Ziel heißen „innerhalb von vier Wochen die Einwandbehandlung verbessern und die Abschlussquote um 10% steigern“.
Ein Beispiel aus meiner Beratungspraxis: Ein Teamleiter wollte, dass seine Mitarbeiter bessere Kundengespräche führen. Wir haben uns jedoch zunächst nur auf die Einleitungsgespräche konzentriert. Nach drei Wochen täglicher Übungen haben sich schon erste messbare Erfolge gezeigt. Kleine Schritte, klar definiert, führen langfristig zum großen Unterschied.
Back in 2018 dachte fast jeder, dass es reicht, Mitarbeiter möglichst oft in ähnliche Situationen zu schicken – „Erfahrung macht den Meister“. Die Realität: Erfahrung allein verfestigt oft nur schlechte Gewohnheiten. Ich habe Verkäufer kennengelernt, die nach zehn Jahren immer noch dieselben Fehler machten – weil sie nie bewusst korrigiert wurden.
Deliberate practice kehrt das um: Fehler werden bewusst erkannt, bearbeitet und mit alternativen Ansätzen ausprobiert. Nur so entstehen neue neuronale Muster und echte Kompetenz. Einfach nur mehr Stunden in einen Bereich zu investieren, ohne bewusst Fehlerquellen anzugehen, führt höchstens zu mehr Mittelmäßigkeit.
Deliberate practice ist anstrengend – und das muss es auch sein. Ich habe Teams beobachtet, die nach 30 Minuten bewusstem Üben erschöpfter waren als nach einem ganzen Tag Routinearbeit. Genau dieser mentale Stress zeigt, dass man wächst.
Im Business kommt es oft vor, dass Führungskräfte diesen Druck scheuen, weil er kurzfristig belastet. Doch langfristig zahlt es sich aus. Wir haben das etwa in einer Führungsakademie gesehen, in der Teilnehmer in Rollenspielen unter maximalem Stress trainiert haben. Nach wenigen Wochen standen sie im echten Meeting souverän unter Druck da.
In der Führungskräfteentwicklung ist deliberate practice besonders wirksam. Wir reden viel über Soft Skills wie Empathie oder Feedbackkultur, aber das bleibt oft abstrakt. Einmal hatte ich einen Leiter, der zwar wusste, wie wichtig Zuhören ist, aber in Meetings immer wieder andere unterbrach. Erst durch systematisches Üben – kurze Gesprächssimulationen, immer mit Feedback – hat er sich verändert.
Deliberate practice zeigt: Auch vermeintlich „weiche“ Fähigkeiten lassen sich trainieren, wenn man sie konsequent in kleinen Schritten beobachtet und korrigiert. Das Ergebnis: messbar bessere Führungskultur.
Viele Unternehmen scheitern daran, deliberate practice in ihre Kultur zu integrieren. Häufig wird Training einmal jährlich abgehalten, statt es als kontinuierlichen Prozess zu sehen. Erfolgreich wird es erst, wenn deliberate practice auf Team- und Unternehmensebene institutionalisiert wird.
Ein Beispiel: Ich habe mit einem Unternehmen gearbeitet, das wöchentliche Micro-Übungen eingeführt hat. Jede Einheit war nur 20 Minuten lang, aber sie war messbar, hatte Feedback und klare Ziele. Nach sechs Monaten zeigte sich ein Anstieg der Produktivität von 15%. Tools und Leitfäden, wie sie auch in Artikeln wie auf Verywell Mind beschrieben werden, können ein praktischer Einstieg sein.
So kraftvoll das Konzept ist – es hat auch Grenzen. Nicht alle Fähigkeiten lassen sich durch deliberate practice trainieren, und nicht jeder Mitarbeiter ist bereit für diese Form der Disziplin. Manche scheitern an der mentalen Ausdauer.
Wir müssen auch anerkennen, dass es Bereiche gibt, in denen Kreativität, Intuition oder Spontaneität mehr zählen als strukturierte Übungen. Ich habe im Marketing gesehen, dass deliberate practice bei Präsentationstechniken wirkt, aber bei kreativen Brainstorming-Sessions nur begrenzt hilft.
Deliberate practice ist kein Modewort, sondern ein echter Hebel für den Unterschied zwischen Mittelmäßigkeit und Exzellenz. Im Business verlangt es harte Arbeit, klare Ziele, ehrliches Feedback und Durchhaltevermögen. Was ich gelernt habe: Diejenigen, die bereit sind, diesen Weg konsequent zu gehen, gewinnen langfristig deutliche Wettbewerbsvorteile – sei es als Individuum oder Organisation.
Es bedeutet gezieltes Üben mit Struktur, Feedback und klaren Zielen anstatt bloßes Wiederholen ohne Reflexion.
Weil Erfahrung allein oft schlechte Muster verfestigt. Deliberate practice korrigiert systematisch Schwächen.
Grundsätzlich ja, aber der Nutzen unterscheidet sich. Bei klaren Prozessen stärker, bei Kreativarbeit begrenzt.
Weniger ist oft mehr. Schon 30 Minuten intensives Üben sind produktiver als stundenlange Routine.
Nein, ganze Teams profitieren, wenn es regelmäßig und strukturiert eingeführt wird.
Nicht zwingend. Entscheidend ist ehrliches, unmittelbares Feedback – auch durch Kollegen oder Führungskräfte.
Ja. Fähigkeiten wie Zuhören oder Feedback geben lassen sich in kleinen Schritten trainieren.
Normales Training fokussiert oft auf Dauer. Deliberate practice auf Qualität, Korrektur und klare Ziele.
Ja, die Grundlagen wurden in der Psychologie und Sportwissenschaft entwickelt und vielfach getestet.
Indem man Fortschritte messbar macht, kleine Erfolge sichtbar hält und Feedbackkultur etabliert.
Ja, in kreativen oder spontanen Feldern stößt es eher an seine Wirksamkeitsgrenzen.
Feedback zeigt Schwächen sofort auf und macht Korrektur möglich – ohne Feedback kein Fortschritt.
Ja, wenn Ziele zu groß, Feedback schwach oder Disziplin zu gering ist.
Es geht zurück auf Forschungen von K. Anders Ericsson in der Expertise- und Lernpsychologie.
Absolut, gerade weil Soft Skills und Entscheidungsfähigkeit dadurch gezielt geschärft werden.
Über konkrete KPIs, Beobachtungsergebnisse und Performance-Vergleiche vor und nach Trainingsphasen.
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